Oliver hat mit Krav Maga begonnen, um einer Frau aus der Ehehölle zu helfen. Dabei wollte er sich selbst sicher fühlen und eventuelle Gefahren von vornherein vermeiden. Hier erzählt er seine Geschichte.

 

„Ich wollte der Frau helfen und mich selbst schützen“

In der damaligen Fußballmannschaft meiner Tochter gab es eine Familie, in der der Vater die Mutter der Kleinen schlug und sie zusätzlich auf andere Art und Weise erniedrigte. Sie hatte sich mir und meiner Frau anvertraut, nachdem wir verblassende blaue Flecken bei ihr gesehen hatten.

Ich wollte helfen – da man mit gewalttätigen Menschen aber nicht spaßen sollte, und ich mich selbst nicht in Gefahr bringen wollte, wollte ich zuerst lernen mich aktiv zu verteidigen und das so schnell, einfach und wirkungsvoll wie möglich.

Durch Zufall hatte ich kurz vorher eine Reportage über Krav Maga gesehen und war begeistert, dass man sich nur durch das Einsetzen der angeborenen Reflexe verteidigen kann. Also informierte ich mich im Netz über regionale Anbieter im Raum Hildesheim und Hannover. Julian Kramar Krav Maga schien mir auf Anhieb sympathisch und ansprechend. Alle anderen konnte ich schnell ausschließen – der Eindruck hat sich bestätigt.

Nach Beginn des Trainings, suchte ich mit der Frau Hilfe bei der Caritas, der Polizei und im Endeffekt dem Hildesheimer Gericht, um ihr zu helfen, aus der Ehehölle zu entkommen – im Endeffekt hat ihr Mann ein Wohnungsverbot erhalten. Auch, wenn er mich nie bedroht hat, bin ich sicher, dass er weiß, dass ich seiner Frau geholfen habe. Zwei seiner Brüder sitzen wegen Strafdelikten im Gefängnis. Ohne Verallgemeinern zu wollen, da bekommt man einfach ein ungutes Gefühl.

Krav Maga hat mir Selbstvertrauen gegeben und die Gewissheit, dass ich mir im Direktkontakt gut selber helfen kann. Auch, wenn ich mich jetzt schon sicherer fühle und die Situation, wegen der ich bei Julian begonnen habe, gemeistert ist, möchte ich weiter trainieren, um mich und meine Familie in jeder Situation schützen zu können. Man hat das Gefühl, dass Gewalttaten generell unvorhersehbarer und rücksichtsloser geworden sind. Da agiere ich lieber präventiv.